Liebes Tagebuch,

ich habe beschlossen, dir meinen Alltag zu erzählen. Man soll sich ja alles von der Seele reden können, also fange ich mal so an. Endlich werden die Tage nicht mehr so warm, das ist super! Ich genieße mein leckeres Gras auf der Wiese, ich mag das. Von Weitem kommt schon das Gepfeife und Gerufe nach mir, ich meine mal ehrlich, was soll das?! Ich hab dich schon längst registriert, Frauchen. Du brauchst nicht noch mehr auf dich aufmerksam machen. Schnell noch futtern, bevor sie da ist. Dieses Rumgehampel… ob das jemals aufhört? „Abbbyyyyyy huhuuuuuuu“ ehm ja… zum hundertsten Mal: ich hab dich schon gesehen! Will sie etwa dass ich zu ihr komme? Also bitte…. pff… da knabber ich doch lieber noch an meinen Grashalmen rum. Sie ist da, brabbelt irgendwas vor sich hin und krault mich. Genau die Stelle jaaa, die mag ich. Heute führe ich mein Frauchen etwas spazieren, damit sie mal wieder rauskommt, dachte ich. Die kriegt ja sonst noch nen Hallen- oder Platzkoller. Natürlich muss ich sie beschützen. DA ein Baumstamm!!! Vorsicht, Gebüsch!!! Schon wieder brabbelt die was vor sich hin. Ja wenn sie einfach mal mehr aufpassen würde, müsste ich sie nicht ständig vor Gefahren warnen. Ich gebe ihr ein bisschen mehr Leine, vielleicht möchte sie ja etwas schneller gehen. Der alte Mann mit Stock sah von der Ferne wirklich gruselig aus… Aber keine Angst Frauchen, ich hab das im Griff. Wir sollten langsam umkehren, es wird schon dunkel. Endlich wieder daheim. Jetzt gibt’s was zu mampfen. Frauchen, beeil dich! Wie oft soll ich denn noch mit dem Huf scharren, bis du mal in die Gänge kommst?! Was auch immer ich da zu futtern bekomme, das ist der Grund, warum ich Frauchen nicht schon vor die Tür gesetzt habe. So ein Frauchen macht halt schon viel Arbeit. Lecker wars, schön wars, aber meine Wiese ist noch besser. Machs gut Frauchen, nächstes Mal denk ich mir mehr Abwechslung für dich aus -grunz-