Die Suche nach dem Trainer

Ich habe gerade ein Problem. Seit ich Abby habe, mache ich mir wirklich viele Gedanken um meine reiterliche Aus- und Weiterbildung sowie die Ausbildung von meiner Dicken. Dass ich nicht den FN – Weg einschlagen will, habe ich, denke ich, schon mal erwähnt. Nur wo fängt man da genau an? Ich hatte in meinem Reiterdasein ja noch gar nicht so viele Trainer.

Die ersten Trainer

Damals hatte ich in der Reitschule eine Reitlehrerin, mit der ich absolut nichts anfangen konnte. Der Wechsel folgte schnell als ich meine Reitbeteiligung bei München fand und dort eine, in meinen Augen, wirklich gute Trainerin für mich und das Reitbeteiligungspferdchen empfohlen bekam. Ich glaube ich habe dort sehr viel gelernt. Leider auch sehr viel Kraftaufwand. Einen zügel-unabhängigen Sitz konnte ich mir in den 1 ½ Jahren dort nicht erarbeiten. Irgendwann kündigte ich die Stute und dem Unterricht, da ich von München aus wegzog, in meine alte Heimat, weiter westlich.

Trainer Nr. 3

Alle guten Dinge sind drei, heißt es. Es ermöglichte sich erst 4 Jahre später eine neue Reitbeteiligung mit Unterricht. Das war wirklich nicht einfach ein passendes Pferd mit Besitzer und den dazugehörigen Trainer im Umkreis zu finden. Ich legte immer sehr viel Wert auf eine gute Pferd-Besitzer-Beziehung. Es war schließlich nicht mein Ross und ich dachte mir immer, wie würde ich mir als Besitzer denn eine gute Reitbeteiligung vorstellen? „Behandle andere so, wie du selbst gern behandelt werden möchtest“ ! Ich hatte mit dieser Devise nie Probleme. Sei freundlich und nett, egal was kommt. Somit kam ich zu, ich nenne die Trainerin mal „Maria“ (echte Namen möchte ich hier in dem Fall nicht nennen) . Maria war eine fantastische Lehrerin. Selbst aktiv im Reitsport, sehr vielseitig unterwegs und vom Typ her „Kumpel“. Ich mochte sie unglaublich gern. Sie kritisierte sehr viel an mir, was, wie ich mir dachte, wichtig ist und helfen soll mich zu verbessern. Lob kam natürlich nie zu kurz, sie war gut. Erklärte mir viel, allerdings auch viel, was ich nie verstand. Ich hatte regelmäßig Unterricht. Und dennoch schmerzte mein Nacken, meine Schultern waren verspannt, meine Motivation im Keller. Oft dachte ich mir „steig doch einfach ab, soll Maria heute reiten und du hörst jetzt endlich damit auf, du kannst es eh nicht“. Zugegeben, ich bin sehr ehrgeizig und erfolgshungrig. Ich möchte Ergebnisse sehen die eben nie kamen oder nur geringfügig. Ich hörte auf dort zu reiten, da ich bereits auf eigener Pferdekaufsuche war. Maria kommentierte nur einmal meinen Kaufwunsch mit „ein gutes Pferd kostet richtig Geld, das sollte dir bewusst sein und du brauchst ein Pferd auf mindestens A-Niveau!“ . Sie lag richtig, natürlich, allein schon aus Erfahrungswerten nahm ich diesen Tipp von Herzen an. Dennoch gab sie mir unmissverständlich zu verstehen, dass Friesen (mein Pferdewunsch) nur für die Klinik vorprogrammiert seien und jeder schon das Richtige verdient. Das klang sehr negativ für mich und stürzte mich in ein richtiges Loch.

Trainer Nr. 4

Abby war da, ich zog in einen vermeintlich schönen und familiären Stall mit kleinem Sandplatz (mehr Beton, würde ich behaupten). Auf Wolke sieben sieht man eben nicht so richtig. Der Unterricht bei, ich nenne sie „Lucy“, war gut. Ich konnte mit Abby gut anfangen dort. Es gab nichts Schlechtes an ihrem Unterricht auszusetzen, nur dass auch hier zuviel Kraft im Spiel war, wie immer. Da ich an diesem Stall gerade mal drei Monate aushielt, gibt es darüber auch nicht sehr viel zu erzählen, lediglich, dass ich mir Gedanken machte, ob ich diesen Weg weitergehen will mit meinem eigenen Pferd.

Trainer Nr. 5

Umgezogen, angekommen in meinem perfekten Stall und unter Andrea’s Fittichen wuchs Abby in ihrer Ausbildung. Auch ich habe viel gelernt und Andrea ist ein wahrer Goldschatz. Ihr Unterricht gestaltet sich aus Lob und Fürsprache, positive Bestärkung für Pferd und Reiter. Ich bin immer glücklich nach einer Einheit mit ihr. So soll es doch sein?! Dennoch auch hier muss ich sagen, dass ich anfangs mehr ins Schwitzen kam als mein Kaltblut. Es fühlte sich immer noch nicht leicht an und ich wollte doch unbedingt über den Platz fliegen, ganz fein. Andrea lernt auch sehr viel dazu und bleibt nie stehen in ihrem Wissen. Das finde ich großartig. Auch wo ich in die Richtung der AR eingeschlagen habe, fragte sie, hörte zu und baute es auch so in ihrem Unterricht mit ein. Sie hat für mich die perfekten Lehrergene. Ich bin gerne bei ihr und nehme weiterhin bei ihr Unterricht.

Trainer Nr. 6

Als ich für mich die akademische Reitweise entdeckte, oder zumindest teilweise, kam Stephanie mit ins Spiel. Sie lehrte mich die feinen Hilfen. Viele Einheiten hatten wir noch nicht, dennoch konnte ich Einiges mitnehmen für mich. Kleinigkeiten wie Zügel nachgeben sobald das Pferd Anlehnung sucht, als Belohnung. Aufhören ständig zu treiben sondern nur einen Impuls setzen und bei richtiger Durchführung die Impulse praktisch unterlassen. Die Schulter separat kontrollieren. Das Pony in Aufrichtung zu bekommen und nicht ständig „Kopf runter“. Immer feiner werden mit den Hilfen. Fantastisch! Das ist für mich auf jeden Fall der Weg in die richtige Richtung.

Und weiter?

Vielleicht ist es so, dass Trainer oder Lehrer immer nur für eine bestimmte Zeit bei uns sind und uns etwas lehren können. Irgendwann müssen die Schüler weiterziehen und das nächste Level, die nächste Stufe erklimmen und erlernen. Leider fühle ich mich weiterhin, als sei ich auf der Suche. Die klassische Reitweise mit Ansatz der Akademischen oder der Légèreté , ich weiß es nicht, sie interessieren mich alle. Aber wirklich bei einem Trainer angekommen bin ich noch nicht, denke ich. Gibt es denn nicht etwas, mit dem ich mir sicher sein kann? Ich will ganz feine Hilfen, ein unglaublich feines Pferd und ein sehr sehr gesundes dazu. Oliveira und Beran haben mich wirklich etwas beeindruckt, dennoch fühlt sich das nicht wie ein Jackpot an. Ich bin gespannt. Habe mehrere Trainer angeschrieben und hoffe dass ich irgendwann einen Lehrer für mich und Abby finde, der wie die Faust aufs Auge passt. Sicher ist nur, der herkömmliche Weg, strikt nach FN ist nichts für uns.