Weihnachten hat für jeden von uns einen ganz unterschiedlichen Stellenwert. Für den einen ist der christliche Hintergrund wichtig, für die anderen steht die Familie im Vordergrund, wieder andere genießen nur die Ruhe zu Hause oder entgehen dem Weihnachtstrubel und verabschieden sich in den Urlaub.

Bei uns ist Weihnachten hauptsächlich eine Zeit leuchtender Kinderaugen – eine magische Zeit, in der Wünsche wahr werden und man trotz wirklich handfester Zweifel ganz fest an das Christkind glaubt – umso mehr, je näher der 24. Dezember rückt. Was liegt also näher, als dass unsere Weihnachtsgeschichte dieses Jahr die Lieblingsgeschichte der Mini-Chefin ist. Dass ausgerechnet die Fjordpferde am Ende Weihnachten retten, ist sicher nur Zufall 🙂

Wir wünschen euch ein schönes Weihnachtsfest und entspannte Feiertage mit euren liebsten Zwei- und Vierbeinern!

Eure Kaltblutblogger

Wie die Fjordpferde einmal Weihnachten retteten

Der Weihnachtsmann und sein bester Wichtel Julius standen fassungslos im Schneegestöber vor ihrem schwer beladenen Schlitten. Die Rentiere scharrten verdrossen mit den Hufen im Schnee und schüttelten die Köpfe. Man musste kein Fachmann sein um zu sehen, was sich hier anbahnte. Die totale Weihnachtskatastrophe. Das Aus für das Weihnachtsfest. Zumindest für dieses Jahr.

Der Schlitten war kaputt. Die aus Eiskristallen geschmiedeten Kufen waren endgültig gebrochen. Nur die Eiszwerge aus den 7 Eisbergen schmieden solche Kufen, das wussten der Weihnachtsmann und Julius ganz genau. Leider wussten sie auch, wie lange so was dauert. „10 Monate mindestens!“, stöhnte der Wichtel. Er erinnerte sich nur zu gut daran, dass der Weihnachtsmann ihm im letzten Januar den Auftrag gegeben hatte, neue Kufen zu bestellen. Er schämte sich sehr und dachte an all die Kinder auf der Erde. Der Weihnachtsmann gab sich einen Ruck. „Dann müssen die Rentiere die Säcke halt tragen!“.

Erschrocken wichen die Tiere ein paar Schritte zurück. Aber das half nichts, der Wichtel Julius nahm einen der prall gefüllten Säcke und packte ihn dem größten der Tiere auf den Rücken. Das hätte er besser nicht tun sollen. Die Hinterhufe wirbelten durch die Luft, das Geweih bohrte sich wütend in den Schnee und der Sack flog in hohem Bogen genau vor Julius Füße. Die Rentiere drehten dem Weihnachtsmann die Hinterteile zu. „Wir ziehen deinen Schlitten, aber wir sind keine Lastesel!“, schien darauf zu lesen zu sein. Dann zogen sie ab.

Es wurde sehr still. Der Weihnachtsmann war ratlos, und Weihnachten rückte in weite Ferne. Da wieherte plötzlich irgendwo ein Pferd. „Das ist es!!“ entfuhr es dem Weihnachtsmann mit einem kleinen Quiekser „wir brauchen Pferde! Schnell!“ Mit diesen Worten scheuchte er einige Duzend Engelchen auf, die auf einer Tanne gesessen und glitzernde Sternchen poliert hatten. „Pferde“ riefen sie aufgeregt, erst leise, dann immer lauter „der Weihnachtsmann braucht Pferde!“, und sie flogen los um den Pferden der Welt den Ruf des Weihnachtsmanns mitzuteilen.

Es dauerte nicht lange bis sie kamen: Pferde aus allen Ländern, in allen Farben und in jeder Größe. In einer langen Karawane trabten, galoppierten, tänzelten und schritten sie durch den Schnee heran um dem Weihnachtsmann ihre Hilfe anzubieten. Es war ein erhebender Anblick von seltener Schönheit. Als erstes kamen drei Araber mit geblähten Nüstern; den Wüstenwind im Atem fegten sie heran wie ein Sandsturm und kamen kaum zum Stehen. „Nimm uns“ wieherten sie, „wir sind schneller als der Wind, nimm uns!“ Begeistert von den edlen Tieren wollte der Wichtel Julius dem ersten gerade einen Sack auflegen, da blies der kalte Nordwind dem Rappen in die seidige Mähne und der rannte los. Beflügelt von der eigenen Schnelligkeit riss er die anderen mit sich und sie rasten davon. „Nun“ sagte der Weihnachtsmann bedächtig „ich denke ein wenig ruhiger sollten unsere Weihnachtspferde schon sein.“ Und bei sich dachte er, dass ein Weihnachtspferd schon auch ein bisschen wetterfest sein sollte.

Als nächstes kam ein kleines Shetlandpony. Energisch stapfte es herbei, obwohl es fast im hohen Schnee versank, und begann in den Taschen des Weihnachtsmanns nach einer Mohrrübe zu suchen. Als aber Julius mit dem Sack kam, war dieser so groß, dass er auf beiden Seiten des Pferdchens bis auf den Boden herunterhing. „Nun“ sagte der Weihnachtsmann mit einem Schmunzeln, „ich denke ein wenig größer sollten unsere Weihnachtspferde schon sein, aber warte nur, ich will dich mit zur Erde nehmen, da weiß ich ein kleines Mädchen, das die Taschen voller Mohrrüben hat.“

Das hörten die Shire Horses. Groß und gewaltig, mit Hufen wie Bratpfannen, schritten sie herbei, so dass die Erde bebte. „Leise, leise!“ schimpfte der Wichtel, „Ihr weckt ja alle Kinder auf!“. Als er einem der Riesen einen Sack auflegen wollte, gelang es ihm nicht, das Tier war einfach zu groß. Der Weihnachtsmann seufzte und schloss die Augen für einen Moment als er spürte, wie die Erde neben ihm zitterte.

Die lange Reihe der Pferde wurde immer kürzer, manche Tiere waren zu schnell, manche zu langsam, manche zu aufgeregt um auch nur eine Minute ruhig zu warten und andere schliefen fast ein. Einige glitten im Schnee aus und fanden, irritiert durch das viele Weiß, den Weg nicht mehr. Die Isländer liebten den Schnee, aber sie versuchten die Säcke im Rennpass zu transportieren, die dabei natürlich abrutschten. Die Lipizzaner wären fast für immer verschwunden, weil niemand sie im weißen Schnee entdecken konnte, ein deutsches Reitpony schnappte vor lauter Aufregung nach dem Weihnachtsmann und die schönen, lackschwarzen Friesen mit der wallenden Mähne fanden, dass ihnen die braunen Säcke farblich nicht standen, außerdem waren sie im weißen Schnee viel zu auffällig. Nur den Wichtel Julius, dessen Lieblingsfarbe schwarz war, hätte das nicht gestört.

Jetzt waren gar keine Pferde mehr da. Alle hatte der Weihnachtsmann nach Hause schicken müssen. Aber nein! Etwas weiter hinten stand noch ein Grüppchen unauffälliger hellbrauner Pferde im Schnee. Nicht groß und nicht klein, nicht zu dunkel und nicht zu hell, zottig wie die Teddybären, mit vereisten Nikolausbärten im Gesicht standen sie geduldig da und warteten, bis sie an der Reihe wären. Kleine Dampfwolken kamen aus ihren Nüstern. Der Weihnachtsmann trat zu ihnen und sah ihnen in die Augen. Er wusste, dass er gefunden hatte, was er gesucht hatte. Denn diese Augen sagten ihm: Wir tragen deine Säcke und dich fleißig und unbeirrt durch Eis und Schnee. Wir warten geduldig vor der Tür, wenn du bei den Kindern bist. Wir fressen alles, wenn dir der Hafer mal ausgegangen ist, notfalls auch Lebkuchen oder deine Butterbrote. Und wenn du nach deiner langen Reise müde bist und uns vor lauter Müdigkeit in die falsche Richtung führen willst, sei unbesorgt, wir zeigen dir den richtigen Weg nach Hause. „Das sind sie, meine Weihnachtspferde!“ rief der Weihnachtsmann. „Julius, bring die Säcke!“. Julius kam zwar mit den Säcken, war aber noch nicht so ganz überzeugt. „Wie soll ich denn die beladen, die sind so klein und rund, da weiß ich ja gar nicht, wo die Mitte ist und wie ich das Gewicht richtig verteilen soll.“ „Ach, Julius!“ seufzte der Weihnachtsmann, der sehr wohl wusste, dass sein Wichtel lieber mit einem stolzen Rappen durch die Weihnachtsnacht gezogen wäre. Dann zwinkerte er dreimal und die hellbraunen Pferdchen hatten alle einen langen, dunklen Strich von vorne bis hinten, genau in der Mitte des Rückens, um Julius zu zeigen, wie er sie bepacken sollte.

Und wer mir nicht glaubt, dass die Fjordpferde einmal das Weihnachtsfest gerettet haben, braucht nur mit mir in den Stall zu kommen, dann zeig ich ihm auf ihrem Rücken das Zeichen vom Weihnachtsmann.

(Wir haben diese wunderbare Geschichte ohne Urheberangabe im Internet entdeckt und für einen Vortrag in der Schule abgeändert. Sollte jemand den Autor kennen, sind für Hinweise dankbar!)